Menschenrechte & Arbeitsnormen

Je nach Kenntnisstand können Sie bei uns aus folgenden Formaten auswählen:

Angebote für Einsteiger

Ein Dreiklang aus Publikationen, einem Webinar und einem Coaching ermöglicht den Einstieg in die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht – Sie erhalten konkrete Anhaltspunkte, um sich aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen.

  • Die Publikationen „Menschenrechte achten – ein Leitfaden für Unternehmen“ (0,58 MB PDF)  und „5 Schritte zum Management der menschenrechtlichen Auswirkungen“ (0,84 MP PDF) zeigen die Bedeutung einzelner Menschenrechte für Unternehmen auf und begleiten Unternehmen bei ersten Maßnahmen auf dem Weg zur menschenrechtlicher Sorgfalt.
  • Das Webinar „Wirtschaft und Menschenrechte“ findet einmal im Quartal statt und bietet eine einstündige Einführung ins Thema. Es erläutert die Menschenrechte im Zusammenhang mit Unternehmen und regt erste praktische Schritte an.
  • Das Gruppencoaching „Menschenrechte achten“ ermöglicht den TeilnehmerInnen, menschenrechtliche Risiken ihres Unternehmens abzuschätzen und anzugehen. Anhand von Praxisbeispielen und Übungen vertiefen sie ihre Kenntnisse und entwickeln erste eigene Lösungs- und Handlungsansätze.

Angebote für Anwender

Für Unternehmen, die sich mit dem Thema bereits beschäftigen, stehen vertiefende Angebote zu spezifischen Themen und Herausforderungen bereit:

  • Webinare: Regelmäßig stattfindende Webinare greifen praxisrelevante Fragestellungen aus dem Themenbereich Menschenrechte auf, etwa zur Stakeholderbeteiligung (0,7 MB PDF) oder zur Stärkung der Frauen im Unternehmen.
  • Publikationen: In Zusammenarbeit mit Fachexperten und Kooperationspartnern stellt das DGCN praktische und anwendungsorientierte Leitfäden zu wichtigen Themen bereit, beispielsweise zum Human Rights Impact Assessment oder zur Ermittlung menschenrechtlicher Risiken und Auswirkungen im Unternehmen.
  • Das Human Rights Due Diligence Info Portal wurde in Zusammenarbeit mit twentyfifty ltd. entwickelt, um Unternehmen noch besser darin zu unterstützen, ihre internen Management-Kapazitäten einzuordnen und weitere Schritte auf dem Weg zur menschenrechtlichen Sorgfalt zu planen (Die Seite steht aktuell nur in englischer Sprache zur Verfügung).

Peer Learning

Austauschformate ermöglichen Praktikern Lösungsansätzen gemeinsam weiterzuentwickeln, sich kontinuierlich zu Themen auszutauschen und voneinander zu lernen:

  • Lerngruppe: Derzeit besteht eine Lerngruppe aus acht Unternehmen verschiedener Branchen. Die Alumni der Coachings tauschen sich unter Leitung der Geschäftsstelle on- und offline über ihre Erfahrungen aus und entwickeln ihre Ansätze gemeinsam mit Experten weiter. Die Ergebnisse werden dem breiteren Netzwerk anonymisiert zugänglich gemacht.
  • Workshops: Bei den halbjährlichen DGCN-Netzwerktreffen finden regelmäßig Workshops zu Menschenrechtsaspekten statt. Diese Angebote werden im Anschluss online zur Verfügung gestellt und stehen damit allen Teilnehmern zur Verfügung.

Menschenrechte zielen darauf ab, die Würde und die Freiheit der Menschen zu schützen. Sie sind mit dem Anspruch verbunden, für alle Menschen gleichermaßen und weltweit zu gelten. Zu ihnen gehören beispielsweise das Diskriminierungsverbot, das Recht auf Schutz der Privatsphäre, das Recht auf sichere und gerechte Arbeitsbedingungen, sowie das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard.

Der Staat als primärer Adressat zum Schutz der Menschenrechte hat die Pflicht, Menschenrechte zu respektieren, diese vor Beeinträchtigungen durch Dritte (wie z.B. Unternehmen) zu schützen und Menschenrechte zu gewährleisten. Jedoch können auch Unternehmen durch ihr Handeln Auswirkungen auf Menschenrechte haben, etwa auf die der Mitarbeiter, Zulieferer und Kunden bzw. Verbraucher, sowie Menschen, die in der Nähe der Firmen- und Produktionsstandorte leben.

Praxisbeispiele

  • Best Practice Kinder- und Arbeitsrechte

    Kinder- und Arbeitsrechte: Das Beispiel Merck

    Jede Tätigkeit, die für Kinder aufgrund ihres Alters zu gefährlich ist, ihre körperliche und seelische Entwicklung beeinträchtigt und den Schulbesuch verhindert, wird als Kinderarbeit bezeichnet. Zu den schlimmsten Formen zählen Sklaverei oder Zwangsarbeit. Nach Schätzungen von UNICEF, ILO und der Weltbank sind weltweit knapp 170 Millionen Kinder betroffen. Davon leiden 85 Millionen Kinder unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich und ausbeuterisch sind. Auch deutschen Unternehmen kann das Thema Kinderarbeit innerhalb ihrer weiterverzweigten Lieferketten begegnen, so etwa beim Rohstoffabbau in Entwicklungs- und Schwellenländern. Was Unternehmen machen können, um Kinderarbeit in ihrem Wertschöpfungsprozess auszuschließen, zeigt Merck anhand von Maßnahmen innerhalb seiner Glimmer-Lieferkette.

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  • Das Tchibo "WE"-Projekt: Arbeitsbedingungen im Dialog verbessern

    Das Tchibo "WE"-Projekt: Arbeitsbedingungen im Dialog verbessern

    Viele Artikel von Tchibo werden in Fabriken in Schwellen- und Entwicklungsländern hergestellt. Die Durchsetzung von Sozialstandars wie faire Löhne, Arbeitsschutz und Versammlungsfreiheit stellt dabei eine große Herausforderung dar. Fabrikkontrollen – sogenannte Sozialaudits – allein reichen nicht aus, um die Arbeitsbedingungen langfristig zu verbessern. Zudem scheitert die Umsetzung von Sozialstandards häufig an der mangelnden Einbeziehung der Beschäftigten. Hier setzt das Lieferantentrainingsprogramm "Worldwide Enhancement of Social Quality" ("WE") von Tchibo an, das den Dialog aller relevanten Akteure in den Mittelpunkt rückt. Das Programm entstand 2007 aus einer Entwicklungspartnerschaft mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und wurde in einer mehrjährigen Pilotphase erprobt.

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Die Achtung der Menschenrechte ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit und für die Begrenzung imagebezogener, betrieblicher, finanzieller und rechtlicher Risiken. Ein proaktiver Menschenrechtsansatz hilft bei der Vermeidung bzw. Verringerung von Managementkosten, dem Schutz der eigenen Reputation und der Vorbereitung auf oder der Umsetzung von neuen Regulierungsmaßnahmen. Darüber hinaus bringt er Vorteile hinsichtlich der Erfüllung der Anforderungen von Geschäftskunden, einer verbesserten Kreditwürdigkeit, positiveren Wahrnehmung im Vergleich zu Wettbewerbern, sowie einer größeren Mitarbeiterzufriedenheit und somit einem besseren Betriebsklima. 

Die ersten sechs Prinzipien des UN Global Compact zielen daher auf die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen ab. Sie leiten sich aus der aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (0,02 MB PDF, deutsch) sowie aus der „Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit“ (0,1 MB PDF, deutsch) der Internationalen Arbeitsorganisation ab.

Die Prinzipien

1Prinzip 1
Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten
2Prinzip 2
Unternehmen sollen sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.
1Prinzip 3
Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren sowie ferner für
2Prinzip 4
die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,
3Prinzip 5
die Abschaffung der Kinderarbeit und
4Prinzip 6
die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.

Unterstützung durch das DGCN

Die Prinzipien des Global Compact entsprechen auch den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, einem internationalen Referenzrahmen für Wirtschaft und Menschenrechte. Dieser formuliert die grundlegende gesellschaftliche Erwartung, dass Unternehmen weltweit die Verantwortung haben, Menschenrechte zu achten, die im Zusammenhang mit der eigenen Geschäftstätigkeit und den Geschäftsbeziehungen steht.

Im Arbeitsfeld „Wirtschaft und Menschenrechte“ unterstützt das DGCN Unternehmen bei der Umsetzung ihrer sozialen Verantwortung, indem es:

  • die Relevanz der Achtung der Menschenrechten entlang der Wertschöpfungskette für Unternehmen aufzeigt.
  • Unternehmen mit praktischen Lösungen und Instrumenten dazu befähigt, die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in Managementprozessen unter Einbindung interner und externer Stakeholder zu verankern.
  • darauf aufmerksam macht, die Menschenrechte besonders gefährdeter Gruppen, insbesondere von Frauen (0,23 MB PDF, englisch) und Kindern (3,8 MB PDF, deutsch) zu achten.
  • eine Plattform zum kontinuierlichen Austausch bietet, um Strategien und Maßnahmen zu diskutieren und unternehmensbezogene Ansätze weiterzuentwickeln.

Ausgewählte Publikationen sind auch als Printversion in unserem Webshop erhältlich.

 
 

Termine

Ihr Ansprechpartner

Philipp Bleckmann

Philipp Bleckmann

philipp.bleckmann@giz.de

+ 49 (0)30 7261 4 239

Nützliche Links

Human Rights Due Diligence Info Portal

Das Human Rights Due Diligence Portal unterstützt Sie beim Management menschrechtlicher Sorgfaltspflichten. Die Website steht aktuell nur in englischer Sprache zur Verfügung.

OECD Nationale Kontaktstelle

Die OECD-Leitsätze sehen vor, dass alle Mitgliedsstaaten und Teilnehmerländer Nationale Kontaktstellen (NKS) einrichten. Die NKS haben die Aufgabe, die Leitsätze bekannt zu machen, über deren Inhalte zu informieren und die Einhaltung der Leitsätze zu fördern. Zudem fungiert die NKS als Beschwerdestelle. Jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, kann dort eine Beschwerde wegen möglicher Verletzungen der Leitsätze durch ein Unternehmen einreichen. Weitere Informationen finden Sie unter www.oecd-nks.de.

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