Nachhaltiges Wassermanagement bei Bayer

Der Privatsektor ist weltweit der größte Wassernutzer. Aufgrund von globalen Wertschöpfungsketten und Investments können lokale Wasserprobleme zu Wasserrisiken multinationaler Unternehmen werden. (WWF-Studie „Das importierte Risiko“)

Themenschwerpunkte: Wassermanagement, Wasserrisiken, Gewässerzustand, SDG-Ziele 6 und14

 

Nachhaltiges Wassermanagement bei Bayer

Projektbeschreibung

Nachhaltigem Wassermanagement kommt im 21. Jahrhundert eine Schlüsselstellung zu. Neben einem effizienten Wassergebrauch stehen für Unternehmen insbesondere die mit Wasserknappheit verbundenen Risiken und geschäftliche Chancen durch Lösungsbeiträge im Blickpunkt. Gerade in den „Emerging Markets“ und Entwicklungsländern zeigen sich dabei immer deutlicher die Folgen des Klimawandels und ihre Auswirkungen auf die Ressource Süßwasser. Schon im Jahr 2030 wird mit 47 Prozent fast die Hälfte der Weltbevölkerung in sogenannten "High water stress" Regionen leben, das heißt Regionen, in denen mehr Wasser verbraucht wird, als zur Verfügung steht. So lautet zumindest die Prognose der Organisation für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD).

Der WWF weist darauf hin, dass wir in Deutschland zwar selbst über ausreichende Mengen an Wasser verfügen, aber durch globale Produktion und Lieferketten durchaus schon heute Wasserrisiken importieren. Der Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser gilt daher als zentrale Aufgabe einer nachhaltigen Entwicklung und der Sustainable Development Goals (SDGs). Mithilfe eines nachhaltigen Wassermanagements könnten Unternehmen die Risiken im Umgang mit der Ressource Wasser erkennen und angemessen bewerten.

Wassernutzung bei Bayer

Das Beispiel Bayer zeigt deutlich die Relevanz, die Risiken, aber auch die Chancen, die das Thema Wassermanagement birgt:

Auf Basis der bestehenden Umweltmanagementsysteme hat Bayer ein Programm zur gezielten und fortlaufenden Verbesserung der wasserbezogenen Betriebsabläufe etabliert. Dabei geht es sowohl um den Schutz von Ressourcen als auch um deren effiziente Nutzung. Hierzu hat man 2013 anhand des WBCSD (World Business Council for Sustainable Development) Global Water Tool ein Screening aller umweltrelevanten Standorte in Bezug auf Wasserknappheit vorgenommen. Dabei wurde zum Beispiel überprüft, ob bereits wasserrelevante Strategien, Ziele und Initiativen sowie ein entsprechendes Risikomanagement vorliegen.

Die betroffenen Standorte werden seit 2013 jährlich analysiert und ihre Daten zur Wassernutzung, -qualität und –ableitung ausgewertet. Darüber hinaus werden auch standortspezifische Initiativen untersucht und bewertet, die eine Wiederverwendung des Wassers ermöglichen und damit zur Verringerung des Wasserverbrauchs beitragen. Die aktuelle Überprüfung (2015) hat ergeben, dass an rund 58 Prozent der untersuchten Standorte bereits ein effektives Wassermanagement vorhanden ist. Etwa 73 Prozent des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers ist Kühlwasser, das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt.

Auf Basis dieser Daten werden seit 2015 mit den jeweiligen Standorten individuelle Schritte zur Verbesserung des Wassermanagements vereinbart. Dabei kommt dem Unternehmen zu Gute, dass eine solche Rückführung in den Wasserkreislauf im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich ist. Das Carbon Disclosure Project (CDP) hat Bayer für seinen umfassenden Managementansatz wiederholt als eines der international führenden Unternehmen beim Wassermanagement bewertet.

Wie kann ein nachhaltiges Wassermanagement konkret aussehen?

Einen strukturierten Ansatz liefert der WBCSD mit seinen „Water Access, Sanitation, and Hygiene“ (kurz: WASH) Modell. Es empfehlt fünf Schritte, auf denen dann Managementlösungen ansetzen können:

  1. Definition der Relevanz des Wasserthemas für Ihr Unternehmen
    —> Water Stewardship Toolbox

  2. Durchführung eines sogenannten Self-Assessment
    —> WBCSD Self-Assessment Tool

  3. Erkannte Defizite priorisieren; nutzen Sie dafür folgende Dimensionen als Orientierung:
    —> Unterscheidung zwischen Leistung des Unternehmens, Compliance-Erwartungen und der gängigen Branchen-Praxis
    —> Ausmaß der Risiken im Zusammenhang mit Nicht-Handeln sowie Aufwand, um Verbesserung zu erreichen

  4. Konkrete Umsetzung eines Verbesserungsplans

  5. Berichterstattung und Kommunikation
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