Schritt 5: SDG Reporting

Schritt 5: SDG Reporting

“At the UN Global Compact we have made it our mission to translate the Sustainable Development Goals into responsible and innovative business practices around the world. With today’s launch of new SDG platforms on innovation, solutions, reporting and finance we intend to accelerate change in order to meet the 2030 deadline.”  (Lise Kingo, Executive Director of the UN Global Compact)

Themenschwerpunkte: Reporting, GRI, ISO, Geberit, Wasser

Nachhaltige Entwicklungsziele berichten und kommunizieren

Die Qualität und Quantität der globalen Nachhaltigkeitsberichterstattung hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Das ist freiwilligen Initiativen wie dem Global Compact und vor allem der Global Reporting Initiative (GRI) zu verdanken. Aber auch verstärkte Gesetzgebung wie die EU CSR-Berichtspflicht tragen in großem Maße dazu bei.

CSR-Report ist kein SDG-Report

Die klassische Nachhaltigkeitsberichterstattung ist nicht 1:1 auf eine SDG-Berichterstattung übertragbar. Hierfür sind Transferschritte notwendig. Der „SDG-Compass“  gibt hier wertvolle Orientierung, denn er bestärkt Unternehmen darin, weiterhin gemäß der Prinzipien existierender Standards wie GRI zu berichten, gibt aber auch zusätzliche Tipps zur SDG-spezifischen Berichterstattung.

Dieser Reporting-Ansatz wird künftig weiter verstärkt: So haben sich UN Global Compact und GRI Ende September 2016 darauf verständigt, im Rahmen der Initiative „SDG Leadership through Reporting“ klare Regeln für das SDG-Reporting aufzustellen.

Was macht einen SDG-Report aus?

Der zentrale Unterschied beim SDG-Reporting zu anderen Nachhaltigkeitsberichtsformaten ist die deutlich erkennbare Kontextualisierung des eigenen Engagements mit relevanten globalen Entwicklungen und Zielen. So kann ein Unternehmen beispielsweise beim Thema Wasser seine eigenen Aktivitäten und die in seinen Lieferketten in den Verständnis- und Handlungskontext der SDGs „Zugang zu Wasser“ bzw. „Sanitäre Grundversorgung“ einbringen. An Hand dieser Ziele lassen sich die unternehmerischen Auswirkungen dann ganz konkret identifizieren und messen.

Nach Ansicht des „SDG Compass“ sind für die SDG-Berichterstattung besonders hilfreich:

  • Wesentlichkeit: Der Materialitätsansatz ermöglicht schon in der Grundausrichtung eine Einbindung der Themen, die im SDG-Prozess identifiziert wurden.
  • Anschlussfähigkeit: Die Anknüpfung an GRI erlaubt, bestehende Managementstrukturen weiter zu nutzen, die Einbeziehung von Stakeholdern (stakeholder inclusiveness) sowie die gemeinsame Kommunikation der Ergebnisse.
  • Messbarkeit: Darüber hinaus bieten verschiedene ISO-Standards die Möglichkeit, die SDGs klar in den Geschäftsprozess zu integrieren: Dazu zählen etwa ISO 14064 (Treibhausgase/GHG-Protokoll), ISO 50001 (Energie Management), ISO 14001 (Umwelt-Management). Mittelständische Unternehmer, die eine umfangreiche ISO-Implementierung scheuen, sollten die nicht-zertifizierbare ISO Norm 26.000 in Betracht ziehen: Sie bietet ergänzend oder sogar alternativ zu GRI gute Möglichkeiten, die SDGs thematisch und auf Prozessebene einzufangen.
 

Best Practice: Geberit - Wasser als Geschäft und gesellschaftlicher Auftrag

Ziel Nummer sechs der Sustainable Development Goals hält fest, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung weltweit allen Menschen zu fairen Bedingungen zur Verfügung stehen soll. Dabei spielt die Verbesserung der Ressourceneffizienz beim Umgang mit Wasser eine wichtige Rolle.

Im Wassersparen liegt auch die größte Umweltleistung der Geberit AG, einem weltweit tätigen Konzern aus dem Sanitärbereich mit rund 12.000 Mitarbeitern in 42 Ländern. Der Wasserfussabdruck, welcher die gesamte Wertschöpfungskette von Geberit abdeckt, zeigt, dass nahezu 100 Prozent des Wasserverbrauchs auf die Nutzungsphase der Produkte entfallen, während die Herstellung der Produkte bei Geberit für weniger als 0,1 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich ist.

Daher spielt die Entwicklung wassersparender Produkte eine zentrale Rolle: Das neue Wasserspar-Label Water Efficiency Label (WELL) erleichtert Verbrauchern und Betreibern die Auswahl effizienter, wassersparender Armaturen und Sanitärgegenstände. Das WELL-Label lehnt sich an die bekannten und gut eingeführten Effizienzlabels für Haushaltsgeräte an und erfüllt eine ähnliche Funktion. Es gibt den Verbrauchern sowie den Entscheidern im öffentlichen/gewerblichen Bereich auf einen Blick eine Orientierung, ob sie ein sparsames und effizientes Produkt auf dem aktuellen Stand der Technik erwerben.

Und genau hier kommt auch der Mehrwert aus Sicht der SDGs ins Spiel. Beispiel Deutschland: Laut Statistischem Jahrbuch lag der durchschnittliche Gesamt-Trinkwasserverbrauch 2010 pro Kopf hierzulande bei 171l/Tag. Davon verbrauchten Haushalte und Kleingewerbe 120l pro Person/Tag. Etwa 2/3 davon fließen für Toilettenspülungen, Duschen und sonstige Körperpflege ins Abwasser – also Aktivitäten, bei denen Geberit-Produkte eingesetzt werden. Diese Werte sind auch auf andere Länder übertragbar und damit ein echter Faktor bei den SDGs „Zugang zu Wasser“ und „sanitäre Grundversorgung“.

Wasserverbrauch bei der Produktion

Das nähere Bild auf die Betriebsökobilanz der Geberit AG zeigt, dass der Verbrauch von Wasser im Rahmen der Produktion und die anschließende Abwasserreinigung mit einem Anteil der Umweltbelastung von 0,8 Prozent nur eine untergeordnete Rolle spielt. Laut aktuellem Nachhaltigkeitsbericht liegt das nicht zuletzt daran, dass Geberit einerseits zwar hauptsächlich Süßwasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz sowie aus Brunnen nutzt, aber der Süßwasser-Verbrauch durch Mehrfachnutzung immer weiter reduziert werden konnte. So sank der Süßwasserverbrauch seit 2006 um 39 Prozent.

Fazit: Der Wasserverbrauch der Geberit-Produktionswerke führt zu keiner erheblichen Belastung von Wasserquellen im Sinne der GRI-Kriterien und leistet einen aktiven Beitrag zum Ziel Nr. 6 der SDGs, den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu schützen.

So gelingt Ihnen die Umsetzung

Unternehmen, die bereits über relevante Themen berichten (z.B. Klima, Wasser, Arbeitsbedingungen) können ihre Berichterstattung in Bezug zu den SDGs setzen:

  • Beschreiben und begründen Sie, welche SDGs für Ihr Unternehmen wichtig sind
  • Beschreiben Sie die Auswirkungen Ihres Unternehmens auf die jeweiligen SDGs, die Ziele, die Sie sich setzen und die Fortschritte und Probleme
  • Bei der Berichterstattung lohnt es sich übrigens, die SDG-Icons als Orientierung zu nutzen. Das nützt LeserInnen wie auch Ihren Kollegen in gleichem Maße
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