Schritt 1: SDGs verstehen

Schritt 1: SDGs verstehen

„Our planet faces massive economic, social and environmental challenges. To combat these, the Sustainable Development Goals (SDGs) define global priorities and aspirations for 2030. They represent an unprecedented opportunity to eliminate extreme poverty and put the world on a sustainable path. Governments worldwide have already agreed to these goals. Now it is time for business to take action.“ (Aus der Einleitung der Broschüre „SDG Compass“)

Themenschwerpunkte: Global Goals, Nachhaltigkeitsstrategie, SDGs 8, 9 ,13

 

Der „SDG Compass“ für Megatrends, die die Welt verändern

Aus den globalen Trends von Bevölkerungswachstum, Wohlstandsverteilung, Ressourcenverbrauch und Klimawandel ergeben sich globale Risiken und Herausforderungen. Die Sustainable Development Goals setzen hierzu klare Ziele auf globaler, regionaler und lokaler Ebene, um den größten dieser Risiken entgegenzuwirken. Für Unternehmen bedeuten diese globalen Veränderungen zunächst einen enormen Anpassungsdruck. Aber sie können auch ganz neue Aktionsfelder und Chancen beinhalten: In den Megatrends stecken für Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, sich zu positionieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die SDGs sind daher nicht nur ein politischer Rahmen, sondern bieten auch Ansätze zur Ausrichtung unternehmerischen Handelns entlang der SDGs.

Arbeiten mit dem „SDG Compass“

Um Firmen die Integration der SDGs in ihre Strukturen und die Umsetzung zielführender Maßnahmen zu erleichtern, hat der UN Global Compact in Zusammenarbeit mit der Global Reporting Initiative (GRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) einen Leitfaden erstellt, der in fünf Schritten Ansätze zur Ausrichtung unternehmerischen Handelns entlang der SDGs sowie Hilfestellungen zum Reporting bietet.

Je nach Standort und Branche haben Unternehmen einen unterschiedlich starken Einfluss auf die jeweilige Erreichung der SDGs. Der „SDG Compass“ hilft, die SDGs anhand der unternehmensspezifischen Handlungsspielräume zu priorisieren und entsprechende Maßnahmen daraus abzuleiten. Der Leitfaden ist in fünf kurze Kapitel gegliedert, in denen er Wissen über die SDGs und Instrumente zu deren Umsetzung bietet. Die fünf Kapitel sind gleichzeitig fünf aufeinander aufbauende Aktionsschritte:

  1. SDGs verstehen
  2. Die tatsächlichen Auswirkungen des Unternehmens priorisieren und den SDGs zuordnen
  3. Konkrete Ziele sowie KPIs bestimmen, denen jeweils auch ein zeitlicher Rahmen zugeordnet wird und Bekenntnis zu den SDGs
  4. Nachhaltigkeit in das Kerngeschäft integrieren und dabei über die reine Funktionalität für das Unternehmen hinausgehen sowie Partnerschaften mit anderen Organisationen eingehen
  5. Über den Erfolg und die Herausforderungen berichten

Die wichtigsten SDGS für deutsche Unternehmen

Wie sehen diese Anknüpfungspunkte für deutsche Unternehmen konkret aus? Welche Entwicklungsziele spielen hierzulande überhaupt eine wichtige Rolle? Antworten darauf gibt eine im Sommer 2016 durchgeführte Befragung des Deutschen Global Compact Netzwerks, Fountain Park und econsense. Demnach sind dies die wichtigsten Entwicklungsziele für deutsche Unternehmen:

  1. Arbeitsplätze und Wachstum (Ziel 8)
  2. Innovation und Infrastruktur (Ziel 9)
  3. Maßnahmen zum Klimaschutz (Ziel 13)
  4. Hochwertige Bildung (Ziel 4)
  5. Erneuerbare Energie (Ziel 7)

Da die Abstände zu den weiteren Zielen jedoch nur gering sind, scheinen alle 17 Entwicklungsziele eine prinzipiell hohe Relevanz für deutsche Unternehmen zu haben. Das spiegelt das hohe Maß an internationaler Ausrichtung der deutschen Global Compact-Teilnehmer wider. Bereits implementierte Nachhaltigkeitsstrategien sind dabei oft die Ausgangsbasis für die Umsetzung der SDGs. Letztere weiten die Unternehmensauswirkungen auf einen globalen Kontext aus: Wenn alle Unternehmen sich beispielsweise an die Global Compact-Prinzipien halten und deshalb dafür Sorge tragen, dass etwa Arbeitsbedingungen den gesetzlichen Vorschriften standhalten und die Umwelt nicht verschmutzt wird, ist bereits ein großer Schritt hin zur Erfüllung der SDGs geleistet.

SDGs im unternehmerischen Eigeninteresse

Ein solches Handeln ist letztendlich nicht phi­l­an­th­ro­pisch, sondern auch im Eigeninteresse: Kein Unternehmen kann in einem Umfeld gut funktionieren, in dem die Probleme ungelöst bleiben. Im Umkehrschluss wird daraus der Business Case für die SGDs: Diejenigen Unternehmen, die zur Umsetzung der SDGs beitragen, können sich durch Innovationen neue Marktfelder erschließen – etwa in der Erschließung neuer Gesundheitsversorgung. Sie erfüllen die Erwartungen, die von verschiedenen Seiten an sie gestellt werden und minimieren damit Risiken, denen andere Unternehmen sich aussetzen. Sie nutzen die Potenziale erneuerbarer Energien und eines geringeren Ressourcenverbrauchs. Letztlich tragen sie durch stabilere Gesellschaften, mehr Marktteilnehmer und größere Märkte sowie Marktregelungen zur wirtschaftlichen Stabilität bei.

TIPPS ZUR UMSETZUNG DER SDGs

Unternehmen, die die SDGs umsetzen wollen, sollten folgende Schritte beachten:

  • Entdecken Sie die Möglichkeiten, die sich für Ihr Unternehmen aus den SDGs ergeben. Verbinden Sie diese mit Ihrer CSR- oder Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Nutzen Sie die Wesentlichkeitsanalyse Ihrer tatsächlichen Unternehmensauswirkungen als wichtige Voraussetzung für die Priorisierung der SDGs.
  • Schulen Sie sich und Ihr Team. Die SDGs sind weniger abstrakt, wenn man sich z.B. die 169 Unterziele (Targets) anschaut. Mit Schulungsangeboten und dem SDG Compass zur Erstorientierung sowie Best Practices von großen Unternehmen werden Sie schnell herausfinden, welche konkreten Handlungsfelder sich für Sie ergeben.
  • Seien Sie kreativ und innovativ. Die Umsetzung der SDGs erfordert neue Wirtschaftsweisen, die für Sie ein neues und lohnenswertes Geschäftsfeld bedeuten können.
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