TCFD Empfehlungen für Klimaberichterstattung – CO2-Blase muss verhindert werden

02.01.2017

Eine weitere Finanzkrise – bedingt durch das Platzen der sogenannten "Kohlenstoffblase" – muss verhindert werden. Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) gibt dazu Empfehlungen für die freiwillige Offenlegung von Klimarisiken für betroffene Unternehmen aller Sektoren.

Trotz des Pariser Abkommens und dem dort vereinbarten Unter-Zwei-Grad-Ziel wächst die CO2-Blase weiter und mit ihr das Risiko einer weiteren Finanzkrise. Die Gefahr rührt daher, dass bei einer strikteren Klimapolitik zur Erreichung des Unter-Zwei-Grad-Ziels Konzerne nicht mehr alle fossilen Reserven nutzen dürfen, sie diese aber bereits als Gewinne in ihren Bilanzen verbucht haben. Die verfrühten Verbuchungen potenzieller Gewinne sowie Investitionen in die Entdeckung und Förderung neuer fossiler Vorkommen führen zu Fehlallokationen und können, wie bei der Immobilienblase, eine Spekulationsblase nach sich ziehen, die im schlimmsten Falle platzt.

Auch die G20-Staaten erkennen die Risiken einer solchen Kohlenstoffblase und die resultierende Gefahr für die Finanzmärkte. Daher beauftragten sie den Finanzstabilitätsrat mit der Untersuchung der Risiken einer solchen Blase. Die daraus gegründete Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), mit Michael R. Bloomberg und Mark Carney als Vorsitz, warnt in ihrem Abschlussbericht vor der falschen Bewertung von Anlagen durch Investoren mit Hinblick auf Klimarisiken. Andererseits gibt sie in ihrer Richtlinie Empfehlungen für die freiwillige Offenlegung von Klimarisiken für betroffene Unternehmen aller Sektoren.

Die Richtlinien unterscheiden zwei Arten von Risiken. Auf der einen Seite stehen physische Risiken durch den Klimawandel selbst, beispielsweise durch den Anstieg des Meeresspiegels oder extreme Wetterereignisse. Zudem existieren Haftungsrisiken für Unternehmen durch neue und striktere Regularien zum Klimaschutz, wie zur Einhaltung des Zwei-Grad-Limits. Die Richtlinien sprechen gezielt alle Unternehmen an, die von solchen Risiken direkt und indirekt betroffen sind. Die Empfehlungen werden den Kernbereichen Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Maßzahlen und Ziele eines Unternehmens zugeordnet. Jeder dieser vier Bereiche enthält Anregungen bezüglich der Offenlegung klimabezogener Finanzrisiken. Im Bereich Governance werden Unternehmen dazu angehalten zu berichten, wie klimabezogene Chancen und Risiken Bestandteil der unternehmerischen Governancestruktur sind. Des Weiteren sollen Informationen offengelegt werden, ob und wie klimabezogene Risiken und Chancen in die eigene Strategie und das Geschäftsmodell integriert sind und welche Prozesse in Kraft treten, um die identifizierten Risiken und Chancen zu managen sowie Hilfestellung zur Auswahl von Maßzahlen und Zielen für deren Messung und Steuerung zu leisten. Die Messung sollte alle Scope 1-, Scope 2- und gegebenenfalls Scope 3-Treibhausgasemissionen beinhalten. Als Maßzahlen werden interne Kohlenstoffpreise oder Gewinne aus emissionsarmen Produkten und Dienstleistungen empfohlen. Für die interne Zielsetzung bietet sich auch die Orientierung der Unternehmen an Science Based Targets an.

Das übergreifende Ziel der Richtlinien beinhaltet die Bereitstellung von Informationen für die Bewertung von klimainduzierten Auswirkungen auf die Finanzmärkte, sodass alle Stakeholder wie Unternehmen, Investoren, Kreditgeber oder Versicherer zukunftsfähige und fundierte Entscheidungen treffen können.

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