Nachlese: Fachgespräch CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

09.03.2017

Das Deutsche Global Compact Netzwerk richtete am 2. März 2017 ein Fachgespräch zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz aus, in welchem von der Richtlinie betroffene Unternehmen, das BMJV sowie Vertreter der Wirtschaftsprüfung über Anforderungen, Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten diskutierten.

Die EU Richtlinie 2014/95/EU zur nichtfinanziellen Berichterstattung und das am 21. September 2016 von der Bundesregierung im Entwurf veröffentlichte und noch in deutsches Recht zu überführende CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz fordern neue Verbindlichkeit und Transparenz. Heute findet die zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs statt und nach aktuellem Stand ist das Umsetzungsgesetz bereits für das Geschäftsjahr 2017 anzuwenden.

Im Rahmen des Fachgesprächs erläuterte zunächst Herr Dr. Weis vom BMJV die Anforderungen der Gesetzgebung an direkt betroffene Unternehmen. Er betonte dabei, dass Unternehmen die Erstellung der „Nichtfinanziellen Erklärung“ auch als Chance sehen sollen, um Themen die zukünftig an Relevanz gewinnen schon jetzt ins Management zu integrieren. Darüber hinaus ging er vertieft auf die Themen Risikodefinition, Wesentlichkeit, Berichtstandards und Lieferketten ein. Die gesamte Rede von Herrn Dr. Weis finden Sie hier.


Herr Dr. Schmidt vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) stellte im Anschluss dar, wie der Gesetzentwurf bislang vom IDW interpretiert wird und was aus derzeitiger Sicht wichtige Anforderungen an die Prüffähigkeit der nichtfinanziellen Erklärung sind. Bei der Verwendung gängiger Rahmenwerke empfahl er ein besonderes Augenmerk auf die Wesentlichkeitsdefinition der Berichtsstandards zu legen und zu überprüfen, ob diese mit dem Wesentlichkeitsverständnis der Richtlinie übereinstimmen (vgl. §289c).

In der anschließenden Diskussion zwischen Unternehmensvertretern aus Finanzwesen, Investor Relations und Corporate Responsibility wurde außerdem deutlich, dass es im Grunde nicht um „nichtfinanzielle Aspekte“, sondern vielmehr um „vorfinanzielle Aspekte“ geht: Themen also, die zukünftig auch eine finanzielle Relevanz für Unternehmen haben werden und stark von den jeweiligen Tätigkeitsfeldern sowie den Anforderungen der Stakeholder abhängen. Die Relevanz der Lieferkette wurde ebenfalls intensiv diskutiert.

Das Fachgespräch wurde in enger Zusammenarbeit mit den DGCN Lenkungskreismitgliedern BASF, Deutsche Bahn und RWE sowie mit den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte, E&Y, KPMG, Mazars und PwC durchgeführt. Weitere Einblicke in das Fachgespräch erhalten Sie im Rahmen der Teilnehmerkonferenz des DGCN am 21. März 2017 in Berlin. Weitere Informationen und Anmeldung.

Die Wiederholung eines ähnlichen Fachgesprächs wurde von den Teilnehmern sehr begrüßt. Bitte kontaktieren Sie uns über globalcompact@giz.de, falls Sie über Folgeveranstaltungen informiert werden möchten.

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